Pop-Brillanz ohne schützende Wand

Helden im intimen Rahmen: Keane waren im Nürnberger MUZ-Club

 

Sie füllen die größten Konzertsäle, werden auf Festivals wie "Rock im Park" von tausenden Fans als neue Generation von Brit-Pop-Helden gefeiert und können eine ansehnliche Sammlung internationaler Musikpreise (u.a. mehrere Brit-Awards ) ihr Eigen nennen. Nun bewiesen Keane im Nürnberger MUZ-Club, dass ihr eingängiger Piano-Pop auch auf engstem Raum und ohne schützende Showeffektfassade seine Brillanz behält.

 

200 Zuhörer auf 200 Quadratmetern sorgten für ein fast schon peinlich-intimes Ambiente. Das Trio aus Sussex störte das nicht. Sänger Tom Chaplin, Richard Hughes (Schlagzeug) und Tim Rice-Oxley am Piano zeigten sich von ihrer „Die- netten-Jungs-von-nebenan"-Seite, ohne dabei an Perfektion und Spielfreude zu sparen. Nicht unbedingt selbstverständlich, fiel der Besuch in Nürnberg doch unter die Rubrik „Promo-Auftritte". Der Radiosender Energy hatte die Jungs für dieses Konzert im Wohnzimmer-Format gewinnen können. Heißt: Tickets gab es nicht zu kaufen, nur zu gewinnen.

 

Keine Absperrungen und kaum Sicherheitskräfte trennten die Band vom Publikum. Das zeigte sich von der ungewohnten Starnähe fast schon eingeschüchtert. Echte Euphorie, wie es die Band für ihren grandiosen Hochglanz-Pop mit Dancefloor-Ambitionen verdient gehabt hätte, kam nicht auf. Weder bei den Radio-Hymnen „Everybody's changing" und „This is the last time", noch bei Songs des neuen Albums "Perfect Symmetry".


Auch der lokale Gastgeber gab sich betont bodenständig: „Natürlich ist es eine Ehre, eine Band wie Keane hier zu haben", räumte Eva Bär von der Musikzentrale ein. Der Imagegewinn käme aber vor allem den lokalen Bands, die im MUZ-Club auftreten, zugute, versicherte sie. Schließlich können die nun wahrheitsgemäß von sich behaupten, auf der gleichen Bühne wie Keane gestanden zu sein.

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